Arbeitsgruppe Biodiversität der Pflanzen

Im Wintersemester 2013 wechselte die Arbeitsgruppe an die Friedrich-Schiller Universität Jena. Prof. Dr. Christine Römermann hat die Professur für Biodiversität der Pflanzen zum 01.09.2013 angetreten (http://www.spezbot.uni-jena.de/team/prof-christine-romermann/).

Die Arbeitsgruppe Biodiversität der Pflanzen beschäftigt sich mit den Auswirkungen von Landnutzungs- und Klimawandel auf die Biodiversität auf unterschiedlichen räumlichen und zeitlichen Skalen. Im Vordergrund steht die Analyse der Prozesse und Mechanismen, die die Verbreitung von (Pflanzen-) Arten, deren Seltenheit und die Zusammensetzung von Pflanzengesellschaften bestimmen. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Analyse und Bewertung der Veränderungen von Ökosystemstruktur und -funktionen bei Globalem Wandel unter Verwendung von funktionellen Merkmalen.

Neuigkeiten, Termine, Ankündigungen

Stomata-Merkmale ändern sich entlang von Höhengradienten

Die Aufgabe der Stomata ist es, die Balance zwischen der Aufnahme von CO2 und den dadurch bedingten Verlust von Wasser zu halten. Sie spielen somit eine esentielle Rolle für die Leistungsfähigkeit von Pflanzen. In dieser Studie untersuchten wir die Stomata Parameter von 22 Arten entlang von zwei Höhengradienten in Garmisch- Partenkirchen (700- 1800 m ü. NN) und deren Korrelation mit anderen funktionellen Merkmalen, die mit der Erfassung der Leistungsfähigkeit in Verbindung gebracht werden können (spezifische Blattfläche (SLA), Blatt Stickstoff- und Kohlenstoffgehalt und Diskriminierung von 13C). Dabei konnten wir Unterschiede innerhalb und zwischen den Arten feststellen, was verdeutlicht, dass auf unterschiedlichen Ebenen verschiedene Prozesse zum Tragen kommen können, was in zukünftigen (Markro-)ökologischen Studien berücksichtigt werden sollte.

Details unter:

Bucher, S. F.; Auerswald, K., Tautenhahn, S., Geiger, A.; Otto, J., Müller, A., Römermann, C. (2015) Inter- and intraspecific variation in stomatal pore area index along elevational gradients and its relation to leaf functional traits. Plant Ecology, accepted.

 

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Allgemein

Entwickelt sich die dunkle Taiga Zentral Sibiriens zu einem Laubwald?

Die Artenzusammensetzung borealer Wälder resultiert aus komplexenen Wechselwirkungen von Klima, lokalen Standorteigenschaften und dem Feuerregime. Feuer ist der wichtigste Störungsfaktor in diesem Biom und hat einen starken Einfluss auf die Artenzusammensetzung. Im Zuge der globalen Erwärmung werden Feuer in borealen Wäldern häufiger, größer und intensiver. Ob sich ein intensiviertes Feuerregime wiederum auf die Artenzusammensetzung auswirkt, wurde in dieser Publikation für boreale Wälder Zentral-Sibiriens untersucht. Mit Hilfe von Feldexpeditionen, Satellitenbildern, Baumringanalysen, und statistischer Modellierung wurde unter Anderem gezeigt, dass die Regeneration der Nadelbaumarten des borealen Waldtyps ‘dunkle Taiga’ nach großen und intensiven Feuerereignissen durch Samenausbreitung limitiert ist. Somit könnten dort zukünftig die Häufigkeit von Laubbaumarten, die nicht ausbreitungslimitiert sind, zunehmen. Dies sollte Albedo, Kohlenstoffspeicherung, und Verdunstungskühlung erhöhen und so zu einer Abschwächung der Erderwärmung führen.

Details unter:

Dispersal limitation drives successional pathways in Central Siberian forests under current and intensified fire regimes Susanne Tautenhahn, Jeremy W. Lichstein, Martin Jung, Jens Kattge, Stephanie A. Bohlman, Hermann Heilmeier, Anatoly Prokushkin, Anja Kahl and Christian Wirth, Global Change Biology (Accepted) DOI: 10.1111/gcb.13181

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